Lektüren im Deutsch-Abitur 2020
des Abendgymnasiums in Kooperation mit der aim (Akademie für Innovative Bildung und Management) und dem Literaturhaus Heilbronn.


Endspiel
Hermann Hesse: „Der Steppenwolf“

Für das Verständnis und die Interpretation von Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“ (1927) ist die Frage entscheidend, auf welche Weise die Schlussszenen im „Magischen Theater“ eingeordnet werden. Handelt es sich um ein (textimmanent) reales Geschehen? Sind die Tableaus, in denen Harry Haller sich wiederfindet, Inszenierungen seines Un(ter)bewussten im Sinne einer surrealistischen Poetik? Oder handelt es sich um Bilder, die im Drogenrausch halluziniert werden?

Der Vortrag zeigt verschiedene Zugänge zu dieser Fragestellung auf und diskutiert sie vor dem Hintergrund der Leidensgeschichte des Steppenwolfs als eine Betrachtung über die Sinnkrise des Menschen in der Moderne.

Montag, 25. März 2020, 18 Uhr
Forum, Bildungscampus 1
Prof. Dr. Sikander Singh,
Universität des Saarlandes


Zwischen den Welten
E.T.A. Hoffmann: „Der goldne Topf“

„Der goldne Topf“ gehört zu Recht zu den prominentesten und programmatischsten Texten der Romantik: Meisterhaft wird in ihm der Dualismus von phantastischer und realer Welt als gestalterisches Grundprinzip sichtbar jenes epochemachende ‚Zwei-Welten-Modell‘, das sich in Hoffmanns Novelle nicht nur auf der inhaltlichen Ebene zeigt, sondern auch in der grundsätzlichen erzähltechnischen Gestaltung.

Der Vortrag spürt dieser dualistischen Struktur des Textes nach, ordnet diese innerhalb des Hoffmannischen Werkes ein und setzt sie darüber hinaus in Bezug zu programmatischen Reflexionen der Romantik.

Freitag, 27. März 2020, 18 Uhr
Forum, Bildungscampus 1
Prof. Dr. Stephanie Catani,
Universität des Saarlandes


Eine Figur der Grenzüberschreitung
Johann Wolfgang Goethe: „Faust“

Behandelt werden die Rahmentexte und der „Erste Teil“ der Tragödie. Faust ist eine historische Gestalt, mehr noch ein literarischer Mythos: eine Figur der Grenzüberschreitung zwischen Natur und Geist, Endlichem und Unendlichem, auf den Feldern des Wissens wie des Handelns. Alle Geschichten um „Faust“ umfassen zwei Handlungsstränge, zu fragen wird sein, wie Goethe sie aufeinander bezieht. Zum einen den Weg zum Teufelspakt (die sog. ‚Gelehrtentragödie‘: scheiternde Versuche der Entgrenzung), zum anderen die Weltfahrt (hier die Margaretenhandlung: im Endlichen das Unendliche erfahren zu wollen). Weiter soll gefragt werden, was die Einbettung des Faust-Dramas in die drei Rahmenstücke leistet. Besondere Aufmerksamkeit soll der Spaltung der weiblichen Hauptfigur (in Margarete und Gretchen) geschenkt werden sowie der Szene „Wald und Höhle“, die einen ‚anderen‘ Faust zeigt.

Mittwoch, 30. März 2020, 18 Uhr
Forum, Bildungscampus 1
Prof. em. Dr. Bernhard Greiner,
Universität Tübingen


Anmeldung


Anzahl der teilnehmenden Personen

Montag, 25. März 2020, 18 Uhr: Der Steppenwolf

Freitag, 27. März 2020, 18 Uhr: Der goldene Topf

Mittwoch, 30. März 2020, 18 Uhr: Faust


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